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Indigene Völker
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Indigene Völker (von lateinisch indigenus âeingeborenâ) sind im Sinne der Definition der UN-Arbeitsgruppe ĂŒber Indigene Bevölkerungen von 1982 Bevölkerungsgruppen, die sich als Nachkommen der Bewohner eines bestimmten rĂ€umlichen Gebietes betrachten, die bereits vor der Eroberung, Kolonisierung oder StaatsgrĂŒndung durch Fremde dort lebten, die eine enge (emotionale, wirtschaftliche und/oder spirituelle) Bindung an ihren Lebensraum haben und die ĂŒber eine ausgeprĂ€gte ethnisch-kulturelle IdentitĂ€t als Gemeinschaft mit eigenen soziopolitischen und kulturellen Traditionen verfĂŒgen.cite-ref-1[1] In bestimmten Kontexten ist bzw. war auch der Ausdruck autochthone Völker (âursprĂŒnglicheâ) gebrĂ€uchlich. Ăber die Definition hinaus wird oft davon ausgegangen, dass diese Bevölkerungsgruppen oft einer politischen oder gesellschaftlichen Marginalisierung ausgesetzt sind.
Der Begriff indigene Völker beinhaltet vor allem politische menschenrechtliche AnsprĂŒche, weil Angehörige indigener Völker oft diskriminiert und an den Rand der Gesellschaft gedrĂ€ngt werden (Marginalisierung). Dazu gibt es bei den Vereinten Nationen drei Organe: den Expertenmechanismus fĂŒr die Rechte indigener Völker (vormals UN-Arbeitsgruppe ĂŒber Indigene Bevölkerungen), den UN-Sonderberichterstatter fĂŒr die Rechte indigener Völker und das StĂ€ndige Forum fĂŒr indigene Angelegenheiten.
Bestrebungen traditioneller Gesellschaften, moderne Kulturelemente als âetwas Eigenesâ in die indigene Kultur zu integrieren, sowie moderner Gesellschaften, indigene Elemente einzufĂŒgen, bezeichnet man als Indigenisierung. Wenn bereits weitgehend assimilierte Ethnien traditionelle Elemente wiederbeleben und in modifizierter Form erneut in ihre Kultur integrieren, spricht man von Re-Indigenisierung.
Contents
âą Definition
âą Eingeborene
⹠Naturvölker
âą Konfliktfelder
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Definition
Die meistgebrauchte Definition des Begriffes geht auf den UN-Sonderberichterstatter JosĂ© MartĂnez-Cobo zurĂŒck, der ihn 1986 in seiner grundlegenden Studie ĂŒber Diskriminierung gegen indigene Völker an vier Kriterien knĂŒpfte.cite-ref-cobo-4-0[4] Der folgende Wortlaut weicht leicht von der Definition Cobos ab und orientiert sich an der weiter prĂ€zisierten Fassung aus dem Jahre 1996 von Erica-Irene Daes, der langjĂ€hrigen Vorsitzenden der UN-Arbeitsgruppe ĂŒber Indigene Bevölkerungen:cite-ref-daesdef-5-0[5]
1. Zeitliche PrioritĂ€t in Bezug auf die Nutzung oder Besiedlung eines bestimmten Territoriums: Indigene Völker sind relativ gesehen die âerstenâ Bewohner eines Gebiets.
2. Die freiwillige Bewahrung kultureller Besonderheit, in den Bereichen Sprache, Gesellschaftsorganisation, Religion und spirituelle Werte, Produktionsweisen und Institutionen: Indigene Völker sind kulturell deutlich von der Mehrheitsgesellschaft unterschieden.
3. Selbstidentifikation und Anerkennung durch andere als eine eigenstĂ€ndige Gemeinschaft: Die Betroffenen mĂŒssen selbst mehrheitlich der Ansicht sein, dass sie einer eigenstĂ€ndigen Gruppe (einem Volk) angehören und dass diese als âindigenâ anzusehen ist. Gleichzeitig muss diese Ansicht von anderen in nennenswertem Umfang geteilt werden, etwa von Angehörigen anderer indigener Völker.
4. Eine Erfahrung von UnterdrĂŒckung, Marginalisierung, Enteignung, Ausschluss oder Diskriminierung, wobei diese Bedingungen fortbestehen oder nicht: Der Grad der heute fortbestehenden UnterdrĂŒckung kann höchst unterschiedlich sein â von struktureller Benachteiligung bei Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zu Zwangsvertreibung und Ausrottung (Ethnozid). Eine als Gruppe erfahrene UnterdrĂŒckung bestimmt in jedem Fall grundlegend das politische SelbstverstĂ€ndnis indigener Völker.
Diese vier Kriterien mĂŒssen nicht immer in gleicher Weise zutreffen, sie werden als Arbeitsdefinition verstanden, welche die Mehrzahl der FĂ€lle angemessen beschreibt. Eine ausschlieĂende, âharteâ Definition des Begriffs der indigenen Völker kann und soll es nach Ansicht der Vertreter vieler indigener Gruppen nicht geben, diese Ansicht wurde auch geteilt von der UN-Arbeitsgruppe ĂŒber Indigene Bevölkerungen (2006 aufgelöst und 2008 ersetzt durch den Expertenmechanismus fĂŒr die Rechte indigener Völker).cite-ref-daesdef-5-1[5]
Ein zentrales Element der Unterscheidung indigener Gemeinschaften von der nicht-indigenen Mehrheitsgesellschaft ist oftmals die besonders enge Bindung indigener Kulturen an ihr jeweiliges Landgebiet sowie die besonders enge Beziehung zu diesem, die zumeist auch spirituelle Bereiche einschlieĂt.cite-ref-daes3-6-0[6]
Zentral zum VerstĂ€ndnis des Begriffs ist der Aspekt des Kollektiven: Indigene Völker existieren als soziale Gesellschaften, nicht als bloĂe Ansammlung von Einzelpersonen. Entsprechend sind die Forderungen nach indigenen Rechten ĂŒberwiegend Forderungen nach Kollektivrechten, insbesondere sozialen Menschenrechten.
Wortherkunft âindigen, autochthonâ
Die Bezeichnung âindigene Völkerâ ist eine relativ junge LehnĂŒbersetzung wahrscheinlich vom spanischen pueblos indĂgenas und bezeichnet Gemeinschaften von ursprĂŒnglichen Bewohnern einer Region oder eines Landes. Der Ausdruck âindigene Völkerâ hat in Lateinamerika als Sammelbezeichnung fĂŒr alle Nachkommen der vorkolumbischen Bevölkerung die Bezeichnungen Indios und Indianer ersetzt, die noch auf Christoph Kolumbusâ Verwechslung des amerikanischen Doppelkontinents mit seinem damaligen Zielland Indien beruhte.
Das Wort indigen setzt sich zusammen aus dem altlateinischen indi- (indu-) âinnen, ein-â und -genus âgeborenâ, was als âeingeborenâ oder âEingeborenerâ zu ĂŒbersetzen ist. Allerdings wurde die Bedeutung von indigen zunĂ€chst fĂ€lschlich gedeutet im Sinne von âaus Indien stammendâ oder âindianischen Ursprungsâ (lateinisch indus âindischâ, nach Kolumbus auch âindianischâ, und -genus âgeboren, stammendâ), weil mit der Bezeichnung Völker beschrieben wurden, die von prĂ€kolumbianischen Hochkulturen (also âindianischenâ Kulturen) abstammen.
In internationalen politischen ZusammenhĂ€ngen ist indigene Völker (indigenous people[s], pueblos indĂgenas) die ĂŒbliche Sammelbezeichnung fĂŒr Ureinwohnervölker aller Kontinente, wĂ€hrend im jeweils nationalen Rahmen oft andere offizielle Sammelbegriffe verwendet werden, beispielsweise Aborigines in Australien, native Americans und First Nations in Angloamerika sowie Adivasi in Indien.
Die Bezeichnung âautochthone Völkerâ (von altgriechisch autĂłs âselbstâ und chthĆn âErdeâ) ist ein Synonym fĂŒr indigene Völker, das vor allem im Französischen hĂ€ufig verwendet wird (peuples autochtones). Das Gegenteil wĂ€re allochthon âvon fremder Herkunftâ.
In den Niederlanden werden auch heute âeinheimische NiederlĂ€nderâ, also Menschen mit zwei in den Niederlanden geborenen Eltern, als âautochthonâ bezeichnet, in Abgrenzung zu denjenigen, die âallochthonâ genannt werden.cite-ref-7[7]
Begriffsabgrenzung
Ureinwohner, Urbevölkerung
âUreinwohnerâ und âUrbevölkerungâ bezeichnen eine Gruppe, fĂŒr die Punkt 1 der UN-Arbeitsgruppe ĂŒber Indigene Bevölkerungen zutrifft: âZeitliche PrioritĂ€t in Bezug auf die Nutzung oder Besiedlung eines bestimmten Territoriums: Relativ gesehen die âerstenâ Bewohner eines Gebiets.â In Europa wĂ€ren als solches vielleicht die Samen oder die Basken zu bezeichnen (aber auch das ist unklar). Im Gegensatz zur indigenen Bevölkerung mĂŒssen fĂŒr Ureinwohner jedoch nicht die Punkte 2â4 der UN-Arbeitsgruppe ĂŒber Indigene Bevölkerungen zutreffen.
Eingeborene
Die deutsche Entsprechung des Begriffs indigen ist âeingeborenâ, doch findet das Wort Eingeborene aufgrund seines kolonialen oder romantisierenden Beiklangs heute wenig Verwendung. Der Duden fĂŒhrt die Bezeichnung âEingeborenerâ als diskriminierend und empfiehlt als Alternativen einheimische oder indigene Bevölkerung.cite-ref-8[8]
Naturvölker
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Hauptartikel
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Naturvolk
Die Bezeichnung Naturvolk wird im Deutschen oft gleichbedeutend mit âindigene Völkerâ verwendet (synonym). Naturvolk ist jedoch heute eine unscharfe Sammelbezeichnung fĂŒr kleine Völker oder lokale Bevölkerungsgruppen, die weitgehend unberĂŒhrt von der technischen Zivilisation auf ĂŒberlieferte Weise in dĂŒnn besiedelten Wildnisgebieten leben. Das Wort kennt eine französische Entsprechung (les Naturels), aber keine englische.cite-ref-9[9]
Von der modernen Ethnologie (Völkerkunde) wird die Bezeichnung Naturvölker zur Einordnung von Menschengruppen weitestgehend abgelehnt, da er als abwertend (pejorativ) oder irrefĂŒhrend betrachtet wird. Er entstammt der historischen deutschen Völkerkunde und sollte Gruppen mit angeblich âprimitiver und kulturloserâ Lebensweise von den âzivilisierten Kulturvölkernâ unterscheiden. Im 20. Jahrhundert erfolgte ein Bedeutungswandel im Sinne ânaturangepasster Völkerâ. Im Endeffekt scheiterten jedoch alle Umwidmungsversuche.cite-ref-10[10] Als populĂ€re Kategorie wird die Bezeichnung im allgemeinen Sprachgebrauch, in den Massenmedien und einigen Nachschlagewerken ungeachtet der Begriffsproblematik weiterhin verwendet.cite-ref-11[11]cite-ref-12[12] Eine wesentliche Kritik betrifft heute die mögliche Gleichsetzung mit dem romantisch verklĂ€rten Bild des âedlen Wildenâ aus der Zeit der AufklĂ€rung.cite-ref-13[13]
âIndigenâ ist eine völkerrechtlich definierte politische Kategorie, die keinen RĂŒckschluss auf die Lebensweise zulĂ€sst und insofern ungeeignet als Ersatz fĂŒr âNaturvölkerâ. Eine groĂe Zahl der Indigenen hat heute einen westlichen Lebensstil. DarĂŒber hinaus ist der Begriff âindigenâ in diesem Zusammenhang bisweilen unzutreffend, so beispielsweise fĂŒr die brasilianischen Quilombolas â Nachkommen afrikanischer Sklavencite-ref-14[14] â oder fĂŒr viele traditionell lebende Ethnien Afrikas, die in ihren LĂ€ndern keine Minderheiten sind und demnach nach der geltenden Definition nicht als Indigene betrachtet werden dĂŒrften.cite-ref-15[15]
FĂŒr eine differenzierte Benennung von traditionell lebenden Bevölkerungsgruppen werden heute verschiedene Umschreibungen verwendet: Laut Anja von Hahn kommt die Bezeichnung âlokale Gemeinschaftenâ der wertfreien Auslegung des Naturvolkbegriffes am nĂ€chsten.cite-ref-von-hahn-16-0[16]
Nationale Minderheiten, Volksgruppen
Vertreter indigener Völker legen groĂen Wert auf die Unterscheidung zwischen ihrer Bezeichnung als nationalen Minderheiten, als Volksgruppen, oder als indigen. Zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen gehören die ursprĂŒngliche Bindung indigener Gruppen an ihre jeweiligen Gebiete, der Umstand der sozialen und politischen und ökonomischen VerdrĂ€ngung (Marginalisierung) sowie der gröĂere kulturelle und soziale Abstand zur jeweiligen Mehrheitsgesellschaft. AuĂerdem umfasst der Begriff ânationale Minderheitâ auch Gruppen, die selbst eine Vorbevölkerung ĂŒberlagert haben oder im Nachhinein zugewandert sind.
Eindeutig um nationale Minderheiten handelt es sich bei Angehörigen einer Ethnie, die in einem anderen Staat die Titularnation stellt, von deren Namen sich also die Bezeichnung des Heimatstaates und seiner StaatsbĂŒrger ableitet. Dies sind beispielsweise Ungarn in RumĂ€nien, DĂ€nen in Schleswig-Holstein, Serben in Kroatien oder Polen in Litauen. In Deutschland sind DĂ€nen, Friesen, Sorben und Sinti und Roma deutscher StaatsbĂŒrgerschaft gesetzlich als nationale Minderheiten anerkannt. Als territorial nicht gebundene Minderheit sind in der Schweiz âJenische und Sintiâ anerkanntcite-ref-17[17]cite-ref-18[18] Inwieweit diese Gruppen dann unter den Begriff indigen fallen, steht aber in keinem Zusammenhang zu ihrem offiziellen Minderheiten-Status.
Eine Volksgruppe ist im rechtlichen Zusammenhang nur in Ăsterreich synonym zu einer nationalen Minderheit. Die Bezeichnung Volksgruppe kann sich auch auf einzelne ethnische Gruppen innerhalb von polyethnischen Gesellschaften beziehen (Vielvölkerstaaten), und in der Umgangssprache kann damit jegliche ethnische Minderheit gemeint sein.
Mythen und Religionen indigener Völker
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Hauptartikel
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Ethnische Religionen
Bis auf wenige Ausnahmen entstammen alle indigenen Völker Kulturen, die ihr Wissen ursprĂŒnglich nur mĂŒndlich ĂŒberlieferten und die in lokalen Gemeinschaften lebten, so dass sich viele eigenstĂ€ndige Religionen, Mythen und Weltanschauungen entwickeln konnten. FĂŒr alle ethnischen Religionen gilt, dass sie weder heilige Schriften noch Religionsstifter kennen und nicht missionieren. Sehr hĂ€ufig kommt ein spiritueller Bezug zur natĂŒrlichen Umwelt vor, allmĂ€chtige Götter oder gar (streng) monotheistische Vorstellungen finden sich fast nirgends. Ebenso gibt es nur selten religiöse Institutionen; Alltag und Religion werden nicht als etwas Getrenntes betrachtet. Daraus folgt auch eine sehr groĂe WandlungsfĂ€higkeit der jeweiligen âLehrenâ: Jeder Angehörige kann seine persönlichen religiösen Erfahrungen einbringen und fremdes Gedankengut wird schnell ĂŒbernommen, wenn es sich als vorteilhaft erweist. Insofern gibt es heute nahezu keine indigene Religion mehr, die nicht von einer der Weltreligionen beeinflusst wurde.cite-ref-19[19]
Neue Erkenntnisse der Mythenforschung deuten darauf hin, dass die Ă€ltesten Kulturvorstellungen mythischer Art waren: Menschen waren davon ĂŒberzeugt, dass alle VorgĂ€nge sowohl im als auch auĂerhalb des Menschen durch die Geister- oder Götterwelt bewirkt werden. Die Geschichten deren Wirkens, die der Philosoph und Mythosforscher Kurt HĂŒbner als archai bezeichnet, zeugen von einer groĂen emotionalen Verwandtschaft mit der Welt, einer allgegenwĂ€rtigen SpiritualitĂ€t und einem zyklischen Zeitbewusstsein, das den Jahreslauf der Natur ritualisiert.cite-ref-20[20] Dieses zyklische Zeitbewusstsein ist typisch fĂŒr viele indigene Völker.
Das Zeitalter der Entdeckungen durch die EuropĂ€er lĂ€utete den Beginn des Kolonialismus ein, in dessen Verlauf die traditionellen Weltanschauungen in mannigfaltiger Weise massiv beeinflusst wurden. In Lateinamerika erschienen zuerst die spanischen und portugiesischen Eroberer, die ihre gewalttĂ€tige HerrschaftsĂŒbernahme offiziell als âgöttlichen Auftragâ legitimierten. Ihnen folgten in ganz Amerika im 16. und 17. Jahrhundert katholische Missionare. In Afrika und Ozeanien gerieten die Stammesreligionen besonders ab dem 18. Jahrhundert unter Druck; zuletzt die australischen Aborigines ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Dabei ergĂ€nzten sich die Kolonialherren â durch BesiedlungsplĂ€ne und militĂ€rische Aktionen â sowie die Missionare verschiedener christlicher Konfessionen gegenseitig. Trotz alledem konnten sich viele lokale Religionen bis heute behaupten.cite-ref-21[21] Zudem entstanden zahlreiche âneue synkretistische Mischreligionenâ,cite-ref-22[22] die durch den Einfluss fremder Kulturen als âKrisenreaktionâ entstanden. Beispiele sind die RÄtana-Kirche der MÄori, die Geistertanzbewegung der PrĂ€rie-Indianer, der Peyotismus in Nordamerika oder der Laestadianismus bei den nordeuropĂ€ischen SĂĄmi.
Nach wie vor sind fundamentalistische religiöse Organisationen bestrebt, auch noch die letzten âHeidenâ oder âKÄfirâ zu bekehren â selbst wenn es (wie etwa in Brasilien) verboten ist und die negativen Folgen hinlĂ€nglich bekannt sind. So hat beispielsweise das evangelikale Joshua Project ein internetgestĂŒtztes Netzwerk aufgebaut, um u. a. mit Hilfe eines Jesus-Films in allen möglichen Sprachen zu missionieren. Die âErfolgeâ tausender UnterstĂŒtzer weltweit werden in einer Datenbank veröffentlicht und mit einer visuellen âBekehrungsampelâ bewertet, um zu weiteren Anstrengungen zu motivieren.cite-ref-23[23]
Konfliktfelder
Land- und Ressourcenkonflikte
HĂ€ufig umstrittene Fragen sind die Rechte an Landbesitz, teils umfassender an ganzen LandflĂ€chen. Viele indigene Völker verstehen Landbesitz als gruppeneigene, kollektive Rechte, die innerhalb einer Familie, Abstammungsgruppe, Erblinie oder einem Clan eigenstĂ€ndig verwaltet und auch vererbt werden. Mit der VerfĂŒgungs- und Nutzungsgewalt ĂŒber Land(flĂ€chen) sind immer auch genau ausgehandelte Land-Nutzungsrechte anderer Gruppen des sozialen GefĂŒges verbunden, wie auch eigene Nutzungs- und Durchquerungsrechte an deren Land(besitz). Ihr eigenes Land gilt indigenen Gruppen und erst recht ganzen Völkern als grundsĂ€tzlich unverĂ€uĂerlich. Im Falle von Nomaden und Halbnomaden kann sich der FlĂ€chenanspruch weit ausdehnen, oft verbunden mit jahreszeitlich vorgegebenen Ortswechseln. Beispielsweise leben auch in heutiger Zeit noch einige indigene Völker und Ethnien als JĂ€ger und Sammler (Wildbeuter, siehe auch Indigene Bevölkerungsgruppen in Wildnisgebieten).
DemgegenĂŒber wird in modernen Industriestaaten wie auch in europĂ€isch geprĂ€gten, liberalen Gesellschaften der Grundbesitz als ein individuelles Recht verstanden, als Privateigentum. Verschiedene Verwertungsinteressen der Industriestaaten an Rohstoffen und Materialien kommen schnell in Konflikt mit indigenen Völkern bezĂŒglich der Vorstellungen von Landnutzung. Dazu kommen Verwertungsinteressen von Indigenen an ihrem âeigenen Landâ, die ihren eigenen Rechtstraditionen entgegenstehen können.
Da viele indigene Völker in zum Teil ressourcenreichen Gebieten der Erde leben, sind Konflikte, vor allem um Landnutzung und -rechte, ein generelles Problem dieser Völker. Ein GroĂteil der Uran-, Erdöl-, Gold- und Kohleförderung der Erde findet in den Gebieten indigener Völker statt. Ăhnliches gilt fĂŒr einen groĂen Teil der Atomtests der letzten Jahrzehnte, fĂŒr AtommĂŒllendlager und GroĂstaudĂ€mme. Dabei ziehen die AktivitĂ€ten transnationaler Konzerne oftmals Militarisierung, Gewalt und bewaffnete Konflikte nach sich, so etwa auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Bougainville, bei der ein BĂŒrgerkrieg wegen einer Kupfermine des Konzerns Rio Tinto Group etwa 10.000 Menschen das Leben kostete.cite-ref-martinez-24-0[24]
Auch die Einrichtung von GroĂschutzgebieten zur Erhaltung der Natur verlĂ€uft nicht immer konfliktfrei fĂŒr die Ureinwohner. So wurden insbesondere in mehreren afrikanischen LĂ€ndern indigene Gruppen von ihrem angestammten Land vertrieben, um die Gebiete in Nationalparks umzuwandeln. Interessenvertreter der Indigenen sehen darin wirtschaftliche Interessen: Ehemals ökonomisch wertlose Gebiete, in denen durch die in der Subsistenzwirtschaft lebenden Völker weder Geld hinein noch hinaus floss, werden durch den Status von Nationalparks und infolge von Tourismus sowie InfrastrukturmaĂnahmen monetĂ€r in Wert gesetzt. Als Verursacher oder zumindest Dulder dieses Vorgehens werden auch die groĂen Umweltschutzorganisationen WWF, Conservation International und Nature Conservancy genannt.cite-ref-25[25] Auf der anderen Seite verlieh der WWF 2011 einem samischen Verein in Nordschweden eine Auszeichnung fĂŒr das zukunftsweisende indigene Management des Laponia-Welterbeparks.cite-ref-26[26] Die Erkenntnis, dass traditionelle indigene Lebens- und Wirtschaftsweisen ein integraler Bestandteil ursprĂŒnglicher Naturlandschaften sind, wĂ€re fĂŒr die betroffenen Völker ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung. Als Vorbild sei z. B. der Parque IndĂgena do Xingu in Brasilien genannt (siehe auch: âTraditionelle Völker und Gemeinschaftenâ in Brasilien). Ăber die Einrichtung von GroĂschutzgebieten fĂŒr die Natur und die Indigenen als ihre âVerwalterâ lieĂen sich Landrechtskonflikte sicherlich deutlich entschĂ€rfen.
In Kanada, den USA und mehreren sĂŒdamerikanischen LĂ€ndern gibt es seit vielen Jahrzehnten Indianerreservate sehr unterschiedlicher GröĂe und mit ganz verschiedenen Rechten fĂŒr die dort wohnenden Ethnien. DarĂŒber hinaus existieren in Kanada groĂrĂ€umige Territorien mit speziellen Rechten fĂŒr die First Nations wie Nunavut und Nunavik, die eine weitreichende Territorialautonomie ermöglichen. Australiens Aborigines sind seit Anfang des 21. Jahrhunderts wieder EigentĂŒmer groĂer Landgebiete, die zum Teil als Indigenous Protected Area zum Schutz der Natur und der Ureinwohner ausgewiesen werden. Aus der rein rechtlichen Festlegung von Gebieten fĂŒr Indigene auf diesen drei Kontinenten lassen sich allerdings keinerlei RĂŒckschlĂŒsse auf den ökologischen Zustand oder die konkrete Situation ihrer Bewohner ziehen.
Bedrohte Sprachen
Die jahrhundertelange Kolonisierung war sehr hĂ€ufig mit Bestrebungen verbunden, die Indigenen zu entwurzeln und in die europĂ€ischen Kulturen zu assimilieren. Da die eigene Sprache ganz wesentlich zum Erhalt einer Kultur beitrĂ€gt, gab es â ebenso wie bei sprachlichen Minderheiten in den eigenen LĂ€ndern â etliche systematische Versuche, indigene Sprachen auszulöschen. Dass diese Strategie âerfolgreichâ war, ist an der groĂen Zahl bereits ausgestorbener und bedrohter Sprachen erkennbar, bei denen es sich mehrheitlich um indigene Sprachen Nord- und SĂŒdamerikas, Australiens und Asiens handelt.cite-ref-cam1-27-0[27]cite-ref-28[28] Je nach SchĂ€tzung sollen zwischen 50 Prozent und 90 Prozent aller lebenden Sprachen im 21. Jahrhundert ernsthaft gefĂ€hrdet sein beziehungsweise verschwinden.
Völkerrechtlicher Status
In der Diskussion besteht eine langjĂ€hrige Debatte, ob bzw. welchen indigenen Völkern völkerrechtlich der Status eines Volks zukommen sollte. Damit sind weitreichende und spezifische Rechte verbunden, zuallererst das Recht auf Selbstbestimmung (Selbstbestimmungsrecht der Völker), was die freie VerfĂŒgung ĂŒber Land und Ressourcen einschlieĂt. Da manche indigene Völker hĂ€ufig in ressourcenreichen Regionen leben, fĂŒrchten zahlreiche Staaten im Falle einer Anerkennung dieses Rechts, die Kontrolle ĂŒber diese BodenschĂ€tze zu verlieren. Weiterhin besteht in LĂ€ndern, in denen gewaltsame Konflikte zwischen Regierungen und indigenen Völkern herrschen, mitunter die BefĂŒrchtung einer Sezession.
Diese Debatte wird auch als Streit ums kleine âsâ bezeichnet â verkĂŒrzt darauf, ob es eine Sprachregelung zugunsten von indigenous peoples (Völker) oder indigenous people (Menschen) geben soll. Einige UN-Institutionen vermeiden diese Problematik gezielt, so hieĂ die zustĂ€ndige UNO-Arbeitsgruppe Working Group on Indigenous Populations (UN-Arbeitsgruppe ĂŒber Indigene Bevölkerungen (UNWGIP)), das 2008 neu eingerichtetes UN-Gremium in New York heiĂt Permanent Forum on Indigenous Issues (StĂ€ndiges Forum ĂŒber indigene Angelegenheiten).
Unkontaktierte Völker und Völker in freiwilliger Isolation
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Hauptartikel
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Isolierte Völker
Weltweit haben sich mehr als hundert indigene Gruppen dafĂŒr entschieden, von der AuĂenwelt isoliert zu leben â meist nicht freiwillig, sondern aufgrund katastrophaler Erfahrungen.cite-ref-29[29] Diese Gruppen werden zumeist als âisolierte Völkerâ bezeichnet (uncontacted peoples). Der Grad der Isolation ist unterschiedlich, einige der Gruppen unterhalten Kontakte zu benachbarten Gruppen oder erlauben Verwaltungsbeamten oder Forschern gelegentlichen Zutritt. Ungewollter Kontakt und Vertreibung entstehen durch Rodung, Bergbau, StraĂenbau und Eindringen von Goldsuchern. Aufgrund ihrer Isolation besitzen Angehörige solcher Gruppen teils keine wirksame Immunabwehr gegen Krankheiten, die fĂŒr Angehörige der Mehrheitsgesellschaft zumeist harmlos sind.
Zahlreiche isolierte Gruppen leben in den RegenwÀldern Perus und Brasiliens. Auf den zu Indien gehörenden Andamanen leben mit den Sentinelesen und Jarawa zwei Völker in verschiedenen Graden der Isolation.cite-ref-30[30]
Kritik und Anspruch der Indigenen
In verschiedenen Veröffentlichungen weisen Vertreter unterschiedlicher indigener Völker immer wieder darauf hin, dass ihre Kulturen und Weltanschauungen Alternativen fĂŒr die moderne westliche Lebensweise und ihre globalen Problemfelder bieten könnten. HĂ€ufig wird dabei kritisiert, dass die westliche Welt ihre Kulturen als primitiv oder unterentwickelt betrachten wĂŒrde, obwohl sie in der Regel auf eine Jahrtausende wĂ€hrende erfolgreiche Lebensstrategie zurĂŒckblicken könnten. In allen diesen Publikationen geht es nicht um eine romantisch verklĂ€rte RĂŒckkehr zum Leben in der Natur, sondern vielmehr um die Aufnahme bewĂ€hrter Elemente oder traditioneller, oftmals nachhaltig orientierter Werte ihrer Kulturen in die moderne Lebensweise.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32]cite-ref-33[33] Insbesondere der globalisierte Kapitalismus steht dem entgegen. So hat sich z. B. die Situation der kleinen Völker Nordsibiriens nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion aufgrund der neuen Marktstrukturen drastisch verschlechtert und der Preisdruck fĂŒr Rentierfleisch zwingt immer mehr nordeuropĂ€ische Sami zur umweltschĂ€digenden Intensivierung oder Aufgabe der traditionellen Rentierzucht. Beim 8. Weltsozialforum in Belem (2009) forderten indigene Organisationen eine Abkehr von der âkapitalistischen Ausbeutungâ, welche die âkolonialistische westliche Zivilisationâ ĂŒber die LĂ€nder SĂŒdamerikas gebracht habe. Es bedĂŒrfe neuer und kreativer Optionen fĂŒr eine âKoexistenz zwischen Natur und Gesellschaftâ nach dem Vorbild der indigenen Kulturen.cite-ref-34[34] Eine weitreichende anti-westliche Philosophie, die den EuropĂ€er als krankhaft bösen Menschen darstellt, dessen Symptomatik (genannt âWĂ©tiko-Psychoseâ) sich seuchenartig auf die unterworfenen Völker ĂŒbertragen wĂŒrde, entwickelte der US-indianische Professor Jack D. Forbes.
Forderungen indigener Völker
Zentrale Forderung der meisten Organisationen indigener Völker ist die verbindliche und uneingeschrĂ€nkte Anerkennung ihrer Menschenrechte, beginnend mit dem Recht auf Selbstbestimmung, wie es in den ersten Artikeln der Internationalen Pakte ĂŒber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie ĂŒber bĂŒrgerliche und politische Rechte, also der beiden wichtigsten völkerrechtlich verbindlichen Menschenrechtsdokumente ausdrĂŒcklich anerkannt wird.
Dabei ist Selbstbestimmung keineswegs gleichbedeutend mit Sezession (obwohl das Sezessionsrecht als Teil des Selbstbestimmungsrechtes der Völker diskutiert wird) und der GrĂŒndung eines eigenen Staates, sondern es geht um die prinzipielle Anerkennung eines Rechts.
In FĂ€llen, wo z. B. transnationale Konzerne groĂe industrielle Vorhaben (Bau von GroĂstaudĂ€mmen, Erdöl- oder Uranförderung, Atomtests, Entsorgung von GiftmĂŒll) auf von indigenen Völkern genutzten oder bewohnten Territorien planen, fordern indigene Völker, dass dies nur nach einer freien, vorherigen und informierten Zustimmungcite-ref-fpic-35-0[35] geschehen darf.
In einigen LĂ€ndern ist die Forderung nach Free, Prior and Informed Consent bereits gesetzlich verwirklicht, so etwa auf den Philippinen.
Auf der Ebene des internationalen Rechts gehören die Verabschiedung einer ErklĂ€rung der Rechte indigener Völker der UN-Generalversammlung vom 13. September 2007 (Resolution 61/295 der UN-Generalversammlung)cite-ref-36[36]cite-ref-37[37] (ĂŒber 20 Jahre nachdem die entsprechende Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung begonnen hatte), sowie die Ratifizierung des Ăbereinkommens Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisationcite-ref-ilo-kampagne-38-0[38] zu den Hauptforderungen.
Indigene Völker weltweit
Die Gesamtzahl der Angehörigen der indigenen Völker der Erde wird auf etwa 350 Millionen Menschen geschĂ€tzt, die gröĂte Dichte indigener Völker kommt auf der Insel Neuguinea (ĂŒber 1000) vor, davon in Papua-Neuguinea ĂŒber 770. Dabei bestehen vor allem in Asien und Afrika erhebliche Unsicherheiten, denn in diesen Kontinenten stellen sich viele Regierungen auf den Standpunkt, die gesamte Bevölkerung sei indigen, wĂ€hrend fĂŒr Ethnologen âechteâ indigene Gruppen auch nach der UnabhĂ€ngigkeit ehemaliger Kolonien oft weiter unterdrĂŒckt werden, was bei der Mehrheitsbevölkerung nicht der Fall ist. Sie bezeichnen indigene Völker daher oft auch als innere Kolonien oder Vierte Welt.
Die kulturvergleichende Sozialforschung hat im Laufe der Zeit zu verschiedenen Versuchen gefĂŒhrt (teils stark kritisiert), Ă€hnliche indigene Kulturen zu geographisch abgrenzbaren KulturrĂ€umen oder (zumeist historischen) Kulturarealen zusammenzufassen. Beide Konzepte bieten eine einfache Möglichkeit, einen ersten Ăberblick ĂŒber die indigene Vielfalt der Erde zu gewinnen (vergleiche Nordamerikanische Kulturareale und die australischen Kulturareal Desert und Kulturareal Western Desert).
Ăbersichten indigener Völker
⹠Liste indigener Völker (weltweit)
Afrika
first-peoples Amerika (First peoples)
âą Eskimo
âą Indianer
âą First Nations (Indianer Kanadas)
Asien
Australien und Ozeanien
âą Aborigines
Europa
Um die Weltöffentlichkeit auf die Probleme der indigenen Völker aufmerksam zu machen, widmeten ihnen die Vereinten Nationen erstmals 1993 ein Internationales Jahr. Von 1994 bis 2004 schloss sich das erste âInternationale Jahrzehnt der indigenen Völker der Erdeâ und von 2005 bis 2014 das zweite internationale Jahrzehnt an. 1994 wurde ĂŒberdies der 9. August als jĂ€hrlicher Internationaler Aktionstag der indigenen Völker eingerichtet.
Siehe auch
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Themenliste: Ethnien weltweit
â Ăbersicht im Portal:Ethnologie
âą StĂ€ndiges Forum fĂŒr indigene Angelegenheiten (UN-Wirtschafts- und Sozialrat)
âą Volksstamm
Literatur
âą Kerstin Asmuss: AnsprĂŒche indigener Völker auf RĂŒckfĂŒhrung rechtswidrig ausgefĂŒhrten Kulturgutes. Eine Untersuchung fĂŒr AnsprĂŒche aus Art. 5 UNIDROIT-Konvention 1995 und aus allgemeinem Völkerrecht (= Veröffentlichungen aus dem Institut fĂŒr Internationale Angelegenheiten der UniversitĂ€t Hamburg. Band 36). Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-6538-9 (Doktorarbeit 2010 UniversitĂ€t Hamburg).
âą Erica-Irene Daes: Indigenous Peoples. Keepers of our Past â Custodians of our Future. International Work Group for Indigenous Affairs, Kopenhagen 2008, ISBN 978-87-91563-43-0 (englisch).
âą Janne Mende: Kultur als Menschenrecht? Ambivalenzen kollektiver Rechtsforderungen. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 2015, ISBN 978-3-593-50315-8.
âą James S. Anaya: Indigenous peoples in international law. Oxford University Press, Oxford 1996, ISBN 0-19-517349-X (englisch).
âą Ronald Niezen: The origins of indigenism. Human rights and the politics of identity. University of California Press, Berkeley/Los Angeles 2003, ISBN 978-0-520-23554-0 (englisch).
⹠Dieter Gawora, Maria Helena de Souza Ide, Romulo Soares Barbosa (Hrsg.): Traditionelle Völker und Gemeinschaften in Brasilien (= Entwicklungsperspektiven. Nr. 100). Lateinamerika-Dokumentationsstelle, Kassel University Press, Kassel 2011, ISBN 978-3-86219-150-5.
âą Bruce E. Johansen (Hrsg.): Indigenous Peoples and Environmental Issues: An Encyclopedia. Greenwood, Westport 2003, ISBN 0-313-32398-4 (englisch).
âą Iris PufĂ©: Klima, WĂ€lder, indigene Völker. Umwelt- und Entwicklungspolitik im Rahmen des âKlima-BĂŒndnissesâ zur Erhaltung von Natur und Kultur in Amazonien. Oekom, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-86581-063-2.
âą Roque RoldĂĄn; Klima-BĂŒndnis/Alianza del Clima e. V/Nationale Indianer-Organisation Kolumbiens/Zentrum zur Kooperation mit den Indianern (Hrsg.): Erdöl-, Erdgas-, Bauxit-, Kohle- und Goldförderung auf indigenen Territorien (= Entwicklungsperspektiven. Nr. 73â74). Kassel University Press, Kassel 2005, ISBN 3-89958-523-2.
⹠Frank Sowa: Indigene Völker in der Weltgesellschaft. Die kulturelle IdentitÀt der grönlÀndischen Inuit im Spannungsfeld von Natur und Kultur, transcript, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-8376-2678-0.
âą Julia Collins-Stalder: BohrtĂŒrme und Rentierschlitten. Indigene Bevölkerung und die Ăl- und Gasindustrie im postsozialistischen Russland. UniversitĂ€t Bern, Bern 2010, ISBN 978-3-906465-52-4 (PDF-Datei; 1,1 MB; 108 Seiten auf unibe.ch).
âą Gregory Younging: Elemente indigenen Stils. Wie schreibt man ĂŒber Indigene und ihre Kultur. Aus dem Englischen von Michael Raab. Merlin, Gifkendorf 2024, ISBN 978-3-87536-348-7.
Weblinks
Commons
: Indigene Völker
â Bilder und Mediendateien
Wiktionary: indigen
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: autochthon
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples. (PDF; 166 kB) Abgerufen am 19. Juli 2014 (englisch, 18 Seiten).
âą Vereinte Nationen: ErklĂ€rung der Vereinten Nationen ĂŒber die Rechte der indigenen Völker (deutsch)
âą Survival International. Survival International, abgerufen am 19. Juli 2014 (Organisation, die ausschlieĂlich indigenen Völkern in âStammesgesellschaftenâ gewidmet ist).
⹠Ureinwohner und Bedrohte Völker. IPS-Inter Press Service Deutschland, abgerufen am 19. Juli 2014.
âą Institut fĂŒr Ăkologie und Aktions-Ethnologie e. V. Institut fĂŒr Ăkologie und Aktions-Ethnologie (infoe), abgerufen am 19. Juli 2014 (Lobby und Forum fĂŒr indigene Völker).
âą International Work Group for Indigenous Affairs (IWGIA). DĂ€nemark, abgerufen am 19. Juli 2014 (englisch).
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Einzelnachweise
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cite-note-33. â Diese Zahl stammt aus der Ansprache (Memento vom 18. MĂ€rz 2008 im Internet Archive) des damaligen Premiers, Sir Michael Somare vor dem World Leaders Forum 2006.
cite-note-cobo-44. â JosĂ© MartĂnez-Cobo: Discrimination Against Indigenous People. UN-Dokument Nr. E/CN.4/Sub.2/1986/87, 1. Oktober 1987.
cite-note-daesdef-55. â Erika-Irene Daes: Working Paper by the Chairperson-Rapporteur, Mrs. Erica-Irene A. Daes, on the concept of indigenous people. UN-Dokument E/CN.4/Sub.2/AC.4/1996/2, 1996 (online auf undocs.org).
cite-note-daes3-66. â Erika-Irene Daes: Indigenous Peoples and their Relationship to Land. Working paper by the Chairperson-rapporteur. UN-Dokument E/CN.4/Sub.2/2001/21 (online auf unhchr.ch).
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